Im Rahmen des Modellprojekts Gleiche politische Teilhabe entstanden für die Berliner Landeszentrale für politische Bildung teilhabeorientierte, machtkritische Methoden für die aufsuchende politische Bildung im Stadtraum. Themen der Methoden sind etwa Wohnen, Zeit, Diskriminierung, Multiperspektivität oder Sorgearbeit.
Im Modellprojekt Gleiche politische Teilhabe wurden verschiedene Ansätze der aufsuchenden politischen Bildung in unterschiedlichen Berliner Stadtteilen erprobt. Im Rahmen des Projekts erarbeiteten wir für die Berliner Landeszentrale für politische Bildung sogenannte Methodenbriefe, die unterschiedliche Methoden und Formate für die politische Bildung im Stadtraum vorstellen.
Methoden für teilhabeorientierte Bildungsarbeit im Stadtraum
Das durch das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen sowie die Bundeszentrale für politische Bildung geförderte Modellprojekt der Berliner Landeszentrale hat neue Ansätze einer aufsuchenden politischen Bildungsarbeit erprobt. Die Aufsuchende politische Bildungsarbeit ist ein junges Feld an der Schnittstelle klassischer Bildungsformate und von erprobten Herangehensweisen der Sozialen Arbeit. Wer aufsuchend politisch bildet, wartet nicht, bis Menschen zu eigenen Bildungsangeboten kommen, sondern macht sich mit lokalen Gegebenheiten vertraut, sucht Anschluss vor Ort und arbeitet mit Menschen in ihrem Alltag an öffentlichen Orten. Dafür entwickelten wir Methoden, sammelten Best Practice Beispiele etwa aus der Kunst oder dem Aktivismus und stellten sie in Form von Methoden zusammen.
Publikation mit Methoden zu Feminismus, Arbeit und Wohnen
Die von uns entwickelten Methodenbrief wurden als Methodenhandbuch Aufsuchende politische Bildung veröffentlicht. Das Handbuch basiert auf den zwölf Methodenbriefen, die im Projekt erarbeitet wurden. Sie vereinen zu unterschiedlichen Themen jeweils drei Methoden: Zeit, Raum, Partizipation, Multiperspektivität, Diskriminierung, Arbeit, Armut, Wohnen, Sorgearbeit, Feminismus, Intervention bei diskriminierenden Aussagen und Feedbackmethoden. Die Methoden können direkt eingesetzt werden, zum Beispiel in der Stadtteil- oder Gemeinwesenarbeit, in neuen Formaten der politischen Bildung oder in der Arbeit von Quartiersmanagement-Teams.
Das Methodenhandbuch Aufsuchende politische Bildung kann bei der Berliner Landeszentrale für politische Bildung heruntergeladen werden:
Laufzeit: 2020 - 2024
Auf welchen Grundlagen fußen Ansätze einer feministischen politischen Bildung? Auf welche Theoretiker*innen und Ideen, sowie welche feministischen Praxen und Methoden können wir uns beziehen? Und welche Werkzeuge hält Feminismus bereit, um politische Bildung lebendiger zu gestalten, inklusiver, partizipativer und beteiligungsorientierter zu gestalten? Mit unserem Dossier geben wir unserer Arbeit als feministische politische Bildner*innen einen Rahmen.
Feministische Theorie, Ansätze und Methoden
Wir fassen Ansätze einer feministischen politischen Bildung zusammen und geben einen Überblick, was dazu bisher geforscht und diskutiert wird. Wir werfen einen Blick in die Geschichte politischer Bildung und begründen, warum feministische Ansätze wichtig sind. Wir geben Orientierung in theoretischen Debatten und stellen konkrete methodische Herangehensweisen vor.
Diskurs über feministische politische Bildung
Wir laden mit dem Dossier dazu ein, in einen Diskurs über die Notwendigkeit und die Ausgestaltung einer feministischen Bildungsarbeit zu gehen – in Zeiten, in denen erstarkende autoritäre Kräfte auch antifeministische Inhalte stark in Diskurse einbringen. Wir wollen dem etwas entgegensetzen, und eigenständig progressive und herrschaftskritische Ansätze für die Bildungsarbeit weiterentwickeln und ins Gespräch bringen.
Laufzeit: Jan. - Dez. 2024
Im Projekt Feministische Bildung im Kiez macht disruptiF aufsuchende politische Bildung aus feministischer Perspektive. In Workshops rund um das Thema Mein Leben als Politik arbeitet das Projekt längerfristig mit einer Gruppe von Frauen aus der Werner-Düttmann-Siedlung im Dütti-Treff in Berlin-Kreuzberg.
Das Projekt Feministische Bildung im Kiez: Mein Leben als Politik macht feministische, aufsuchende politische Bildung für Frauen aus der Werner-Düttmann-Siedlung im Dütti-Treff in Berlin Kreuzberg. Für das Projekt entstand eine enge Zusammenarbeit mit der Leitung des Treffpunkts, Emine Yilmaz.
Das Private ist Politisch: Raum für Lernen zu Familie, Selbstfürsorge, Gewalt und Empowerment
In Kooperation schaffen disruptiF und der Dütti Treff mit dem Projekt Raum, in dem Frauen ihre Alltagsrealitäten als politisch begreifen und sich mit Themen wie innerfamiliärer Gewalt, Selbstfürsorge und Empowerment auseinandersetzen können. Wir arbeiten teilhabeorientiert: Die Frauen bestimmen selbst, welche Themen sie bearbeiten wollen.
Emotionen, Körper und Biografien als Bildungsinhalt und Ressourcen
Wir nutzen feministische Bildungsansätze, um die Biografien, Körper und Emotionen der Teilnehmenden einzubeziehen. Ziel ist es, den Frauen zu ermöglichen, sich miteinander zu solidarisieren, ihre politischen Perspektiven zu stärken und ihre Handlungsfähigkeit zu fördern. Das Projekt richtet sich an Frauen aus der Siedlung und fördert einen Bildungsraum, in dem sich die Teilnehmerinnen wohlfühlen und aktiv einbringen können.
Fortbildungsangebot für Multiplikator*innen
Basierend auf den Erfahrungen aus dem Projekt und daran anschließende Reflexionen entstand ein Fortbildungsangebot für Multiplikator*innen. In unserem Angebot lernen Fachkräfte aus der Sozialarbeit und der Stadtteil- und Gemeinwesenarbeit Ansätze einer feministischen, intersektionalen Bildungsarbeit kennen, erhalten Methodenkenntnisse und reflektieren Fragen zu Machtverhältnisse, Diskriminierung und Empowerment.
Laufzeit: Jan. - Dez. 2024
Kurz vor der Bundestagswahl mischt sich disruptiF an Alltagsorten ins Wahlkampfgetümmel: Mit Methoden der aufsuchenden politischen Bildung werden Flohmärkte, Stadtteilbibliotheken oder Nachbarschaftszentren zu Bildungsstätten. An den Stationen werden Passant*innen zum Mitmachen, Nachdenken und Austauschen eingeladen.
Formen der politischen Partizipation sind nicht für alle Menschen gleich gut zugänglich und selbstverständlich. Dazu gehören etwa Meinungsbildung und Meinungsaustausch, aber auch der Gang zur Wahlurne und weitere Teilhabemöglichkeiten. Darüber hinaus beschreiben viele Menschen das aktuelle politische Klima als von Verunsicherung, Spaltungen, extremen Positionen und sozialer Kälte geprägt. An diesen Beobachtungen setzt das Projekt an.
Politische Bildung im Alltag
Unser Angebot bringt politische Bildung zu den Menschen, in ihren Alltag. Wir bieten ihnen die Möglichkeit, sich auch nur kurz, „im Vorbeigehen“, die Zeit zu nehmen, über drängende politische Fragen nachzudenken und ins Gespräch zu kommen. Unsere Ziele sind, Verständnis und Empathie für unterschiedliche Lebensrealitäten zu fördern, Falsch- und Desinformation und auch einseitiger Meinungsbildung und „Filterblasen“ entgegenzuwirken, sowie unterschiedliche Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen.
Methodenvielfalt und Zugänglichkeit
Das machen wir mit vielfältigen Methoden, die in unterschiedlichem Maße Deutschkenntnisse und Schriftsprache voraussetzen, unterschiedliche Sinne ansprechen und Spaß machen sollen. Konkret heißt das zum Beispiel: Bei uns kann mit Tischtennisbällen abgestimmt, mit dem Glücksrad die Wahl entschieden und mit True Facts ein Zahlencode entschlüsselt werden.
Laufzeit: Jan. - Feb. 2024
Wo stehen wir in Fragen Reproduktiver Gerechtigkeit in Deutschland? Nicht nur Mütter waren schwanger sammelt auf einer digitalen Plattform Perspektiven abseits der Norm auf Fragen nach Familie und Reproduktion. Ein von Alisa Tretau und Mooooon initiiertes Projekt für mehr Selbstbestimmung und Offenheit im Umgang mit Kinderwunsch, Schwangerschaft und Eltern-Sein.
Nicht nur Mütter waren schwanger II ist ein digitaler Treffpunkt, ein Forum für Austausch und Begegnung zu Fragen Reproduktiver Gerechtigkeit. Das Herzstück der Website sind zahlreiche Beiträge aus unterschiedlichsten Perspektiven, die die Themen Schwangerschaft und Geburt, Familie und Eltern-Sein aufgreifen.
Das Buch und die Plattform „Nicht nur Mütter waren schwanger“
Die Plattform basiert auf dem 2018 erschienenen Sammelband „Nicht nur Mütter waren schwanger – Unerhörte Perspektiven auf die vermeintlich natürlichste Sache der Welt”, herausgegeben von Alisa Tretau. Auf der digitalen Plattform stellt Alisa gemeinsam mit Mooooon neue Beiträge zusammen, die die Fragen von 2018 insbesondere mit Blick auf das Thema Zeit reflektieren.
Care- und Erwerbsarbeit, Freund*innenschaft und Zeit
DisruptiF ist Träger der digitalen Plattform und setzt das Projekt in Kooperation mit dem Gunda-Werner-Institut und Alisa Tretau und Mooooon um. Inhaltlich ist disruptiF auf der Plattform mit einem Beitrag vertreten, in dem wir über den Zusammenhang von Care- und Erwerbsarbeit bei disruptiF im Zusammenhang mit Freund*innenschaft und Zeit nachdenken.






Methodenhandbuch Aufsuchende politische Bildung für die Berliner Landeszentrale für politische Bildung
Unser Dossier Impulse für eine feministische politische Bildung bietet politischen Bildner*innen und Interessierten einen ersten Zugang zu Inhalten, Methoden und Haltung einer feministischen Bildungsarbeit. Mit theoretischen Hintergründen und konkreten Handlungsideen zeigen wir, wie Bildung feministisch gestaltet werden kann.